Jürgen Krucker

Managing Director Schweizerischer Handball-Verband (SHV)

  • Welche Erwartungen hast du an die jeweiligen Sport- resp. Handball-Clubmanager aus Sicht des Verbandsführung?

Den Rahmen für die Zusammenarbeit bilden die gemeinsam erarbeitete und verabschiedete Strategie, sowie die konzeptionelle und operative Umsetzung auf Grundlage der Statuten und Reglemente des SHV und der einzelnen Ligen bei den Frauen und Männern. Freude, Loyalität, Initiative und der starke Wille jedes einzelnen und gemeinsam zusammen das Thema Handball in allen seinen Facetten weiterzuentwickeln sind meine Grunderwartungen. Nicht nur gegenüber den Managern, sondern auch intern bei uns im Verband und meinen Kollegen in der GL und im ganzen SHV Team in der Geschäftsstelle.

  • Worin siehst du den oder die Hauptunterschiede zwischen einem Manager in einem Wirtschaftsunternehmen und einem Sport- oder Clubmanager?

Meistens ist die emotionale Bindung von Managern im Sport höher als in der Wirtschaft, was für die «Verlängerung des Spiels» oder das anschliessende «7-Meter-Werfen» ein Vorteil sein kann. In Sachen Ausbildung und strategisch konzeptionelles Arbeiten sehe ich den professionellen Sport auf Augenhöhe mit der Wirtschaft. Durch seine Abhängigkeit von sportlichen Erfolgen und Misserfolgen, unterliegt der Sport zum Teil noch eigenen Gesetzen. Eine gewisse Volatilität im Tagesgeschäft bis hin zu saisonalen Unterschieden ist dadurch festzustellen.

  • Die Frauenquote in der Club- und Verbandsführung im Sport und damit auch im Handballverband ist tiefer als in der übrigen Wirtschaftsbranchen. Wie lässt sich das ändern?

Ob das stimmt, bezweifle ich. Ich denke durch unsere zuletzt getroffenen Entscheide und Projekte mit der gewonnenen EHF EURO 2024 der Frauen in der Schweiz als Co-Ausrichter und dem Start der Handball-Akademie Frauen im OYM in Cham haben wir ein starkes Bekenntnis zum Thema Frauen und Handball gegeben. Auf Stufe Management im Verband haben wir in der Tat noch ein grosses Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Unter 8 Zentralvorstandsmitgliedern ist nur eine Frau und in der Geschäftsleitung des Verbandes gibt es aktuell keine Frau. Aber bei der Besetzung einer GL-Stelle würden wir zukünftig bei gleichen Qualifikationen und Erfahrungen eine Frau bevorzugen. Im restlichen operativen Team liegt der Frauenanteil bei über 50%.